Hausgeschichte

Die Ursprünge der Geiserschmiede reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Bereits vor 1590 lässt sich auf dem Platz des heutigen Museums ein Mühlengebäude, die sogenannte Obermühle im Besitz von Lienhard Hell nachweisen. In den Jahren 1598 und 1626 wird als Besitzer der „Mahlmühlin underhalb der Lauben im Thal“ Philipp Scheüter genannt. 1702 ist die Mahlmühle im Besitz von Wendel Regenoldt, denn dieser „gibt von seiner Mahlmühl im Thal underhalbder Lauben gelegen an die gnädigste Herrschaft zum Mühlgülten zwei Viertel Korn“.

04-381767 bittet der Bühlertäler Müller Andreas Riehle den badischen Markgrafen August Georg um Erlaubnis, sein baufälliges Mühlenhaus reparieren und neu aufbauen zu dürfen. Entgegen den Baubestimmungen durfte mittels Ausnahmegenehmigung auch das Erdgeschoss aus Holz erbaut werden. Die Ausführung in dem aus Brandschutzgründen vorgeschriebenen Mauerwerk war wegen der beengten Platzverhältnisse zwischen Bach und Dorfstraße nicht möglich.

Über zwei Generationen wurde die Obermühle innerhalb der Familien Riehle weitervererbt. Zunächst war sie in Besitz von Müllermeister Bernhard Riehle und ging 1830 an dessen Sohn Augustin Riehle. Die zweistöckige Mühle besaß in jener Zeit zwei Mahlgänge und einen Gerbgang. Das Wasserrad war noch nicht überdacht.

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Nach dem Tod des Müllermeisters Augustin Riehle 1845 wurde die Mühle mit dem gesamten Inventar versteigert. Den Zuschlag erhielt der Müller Franz Rohrhirsch.
Im Wege der Erbfolge ging die Mühle 1867 auf die Witwe des Franz Rohrhirsch, Karolina Rohrhirsch über. Das Anwesen bestand aus dem zweistöckigen Wohnhaus mit Mahlmühle, Wasserstubenanbau, Scheuer und Stall, der 1½stöckigen Spreukammer, der Waschküche, dem einstöckigen Wagenschopf, der einstöckigen Remise mit gewölbtem Keller und Trotte und dem einstöckigen Schopf mit Schweinestall.
04-40Die über der Bühlot gelegene Waschküche wurde 1875 zu einer einstöckigen Back- und Brennhütte umgebaut. Acht Jahre später verkaufte Karolina Rohrhirsch die „Hirschmühle“ an den ledigen Müller Leo Rohrhirsch. Dieser ließ 1885 das Antriebswerk der Mühle baulich verändern. Die Mauern des Wasserbaues wurden mit Granitsteinen erneuert und das Wasserrad überdacht. Leo Rohrhirsch konnte die Mühle aber nicht halten.

Im Wege der Zwangsversteigerung ging sie 1888 an den Vorschussverein e.G. Bühl, der das Anwesen ein Jahr später an den ledigen Müller Karl Friedrich Karcher aus Bühlertal verkaufte.

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Doch auch dieser hat wohl kein Glück mit der Mühle und veräußerte sie nach einem Jahr an den Schmiedemeister Karl Lohne. Dieser richtete 1890 in der ehemaligen Mühle eine Hammerschmiedewerkstatt ein.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts arbeiteten drei Gewerbe zeitgleich unter einem Dach. Anton Geiser – Sohn des Anton Geiser jun. – betrieb eine Schuhmacherwerkstatt, der Kaufmann Joseph Bäuerle ein Spezereigeschäft und Anton Geiser jun. die Hammerschmiede, zunächst zusammen mit seinem Stiefvater Lohne, später alleine.

04-43Innerhalb der Familie Geiser weitervererbt, hielten die Brüder Eugen und Josef Geiser den Schmiedebetrieb bis 1961 aufrecht. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurde in den Folgejahren gar erwogen, das Gebäude abzureißen und damit schien auch das Schicksal der letzten Hammerschmiede im Bühlertal entschieden zu sein.

04-41Über 30 Jahre stand die Werkstatt danach still. Jahre in denen die Idee, in der alten Geiserschmiede ein Museum einzurichten immer wieder Bevölkerung und Gemeinderat beschäftigten. Doch erst 1994 entschlossen sich Gemeinde und Besitzer endgültig die Schmiedewerkstatt der Bevölkerung als Museum zugänglich zu machen.

Die Hammerschmiedewerkstatt ging pachtweise an die Gemeinde Bühlertal. Die ehrenamtliche Bürgerinitiative begann mit den Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten. Nach dem Tod der letzten Eigentümer Anna und Josef Geiser 1997 kaufte die Gemeinde Bühlertal das gesamte Anwesen. Zwei Jahre später – im Oktober 1999 – konnte das Museum Geiserschmiede schließlich eröffnet werden.